Samstag, 21. April 2012

AU nicht bestanden, CO zu hoch - Lambdaregelung prüfen?



Hallo kfztech.de-Team,

da ich aktuell an meinem Fiat Punto 176 1.1 ein Problem mit dem CO-Ausstoß (1000fach erhöht) habe, und der TÜV mir den Hinweis gab, der Motor laufe viel zu fett, die Lambdasonde "versuche zu regeln" (doch Regelbereich überschritten) und es könnte sich um Nebenluft handeln, bin ich auf Ihre Seite über die Lambdaregelung gestoßen.

Dazu habe ich einige Fragen, nachdem ich kurz die Situation an meinem Wagen schildere:

- kein Luftmengenmesser, nur Drosselklappenpoti, Ansauglufttemp.geber, Kühlmitteltemperaturgeber und Absolutdruckgeber (MAP Sensor), Zentraleinspritzung
- 1 Regelsonde mit 4 Leitungen (2 weiß, 1 grau, 1 schwarz)
- Sichtprüfung (nicht mit Bremsenreiniger) des Schlauches vom Ansaugkrümmer zum MAP Sensor sowie zum Bremskraftverstärker ergab keinen Hinweis auf Risse
- der Motor läuft "rauh", Abgas riecht sehr nach zu fettem Gemisch/ unverbranntem Benzin
- der Kat hat angeblich "einen weg" (durch Aufsetzen, es raschelt beim Daraufschlagen; oder/und durch Nachverbrennung/Überhitzung; oder/und durch Verkokung)
- meine Tests ergaben:
a) im Leerlauf Stecker zum Kühlmitteltemperaturgeber gezogen --> ganz leichte LLDZ-Erhöhung
b) im Leerlauf Stecker zum Absolutdruckgeber (MAP Sensor) gezogen --> deutliche periodische LL-Schwankung, Absacken
c) im Leerlauf Stecker zur Lambdasonde (Signalstecker, grau + schwarz) gezogen --> ganz leichte LLDZ-Absackung, ein klein wenig unrunderer Lauf
- das Lambdasondensignal (Spannung zw. schwarzem und grauem Kabel) ergab (bei warmem Motor, mit Digitalmultimeter) konstante 0,09-0,1V
- unter Teillast (ca. 2000-2500 U/min) stieg die Spannung auf konstante 0,86-0,9V

Nun frage ich mich,

1) warum das Lambdasignal nun gar nicht schwankt. Selbst mit dem DigitalMM müsste man doch die eine oder andere Änderung erfassen können, es sei denn, die Abtastrate des MM wäre exakt ein Vielfaches der Periodendauer des Signals. Andererseits: Kann eine Lambdasonde so stark gealtert sein, dass sie nun gar nicht mehr schwankt, aber doch noch die 0,9V schafft?
2) ob es nur daran lag, dass ich das Lambdasignal vom MSG getrennt habe und somit der Schwingkreis nicht entsteht? Der Motor lief aber zu 99% so wie sonst auch.
3) Kann ich daraus wiederum eindeutig schließen, dass die Lambdasonde defekt sein muss, nur weil der Motorlauf ohne die Meldung ans MSG fast unverändert ist?
4) Oder gibt es doch einen (wie der TÜV sagte) Regelbereich, der überschritten sein könnte und die Lambdasonde am Anschlag hält?
5) Wenn ja, warum dann der Unterschied von 0,1V (Leerlauf) zu 0,9V (Teillast)?
6) Warum meldet die Sonde "viel zu mager" im Leerlauf und "viel zu fett" unter Last, wo es der TÜV pauschal "läuft zu fett" nennt?

Wie kann ich also die Diagnose so gestalten, dass ich die Lambdasonde als Ursache ausschließen oder eben identifizieren kann, um nicht blindlings alle möglichen Teile auszutauschen (was den Wert des Autos wahrscheinlich übersteigen würde)?

Gibt es auch Sonden, die andersherum regeln, also minU = fett und maxU = mager?

Muss ich noch irgendetwas Grundlegendes verstehen/beachten, um endlich diesem fröhlichen "Blinde-Kuh-Spiel" ein Ende zu bereiten?

Ich wäre für ein paar erhellende Tipps vom Profi wirklich sehr dankbar!

Mit freundlichen Grüßen,
René